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Gaumennahterweiterung
Die Gaumennahterweiterung, auch SARPE-Behandlung (Surgically Assisted Rapid Palatal Expansion) genannt, ist eine chirurgisch unterstützte schnelle Gaumenerweiterung, die vor allem zur Behandlung von Zahnfehlstellungen und schmalen Oberkiefern eingesetzt wird. Sie kommt häufig bei Erwachsenen oder Jugendlichen zum Einsatz, deren Oberkieferwachstum bereits abgeschlossen ist, da bei ihnen eine herkömmliche Gaumenerweiterung ohne chirurgischen Eingriff nicht ausreicht.
Ablauf der Gaumennahterweiterung (SARPE)
Zunächst wird der Patient durch den Kieferorthopäden untersucht, und es werden Röntgenaufnahmen angefertigt, um die genaue Breite des Oberkiefers zu bestimmen und den Behandlungsplan zu erstellen.
Der eigentliche Eingriff erfolgt durch einen Kieferchirurgen unter Vollnarkose. Dabei wird der Oberkiefer entlang bestimmter Linien (meist im Gaumenbereich und den Kieferhöhlen) durchtrennt. Dies macht den Oberkiefer flexibler, damit die Erweiterung durch das Gaumen-Dehnapparat möglich wird.
Direkt nach der Operation oder einige Tage später wird ein spezieller Gaumen-Dehnapparat (Expander) im Oberkiefer befestigt. Dieser Expander wird schrittweise durch den Patienten oder den Kieferorthopäden aktiviert, um den Kiefer zu dehnen. Der Dehnapparat wird durch einen kleinen Schlüssel oder Schraube eingestellt und sorgt dafür, dass die beiden Hälften des Oberkiefers langsam auseinandergezogen werden.
Diese Phase dauert in der Regel 2-4 Wochen. Während dieser Zeit wird der Gaumen allmählich gedehnt, sodass der Oberkiefer breiter wird. Dies wird schrittweise durchgeführt, um den Knochen zu entlasten und eine gleichmäßige Erweiterung zu ermöglichen.
Nach der aktiven Dehnung bleibt der Expander noch für mehrere Monate im Mund, um die neue Position des Oberkiefers zu stabilisieren und dem Knochen Zeit zu geben, wieder zu verwachsen. Diese Phase ist wichtig, um einen Rückfall zu verhindern.
Nach erfolgreicher Gaumenerweiterung kann oft eine kieferorthopädische Behandlung mit Zahnspangen folgen, um die Zähne in die richtige Position zu bringen.
Vorbereitung
Zu Beginn wird eine gründliche Untersuchung des Oberkiefers durchgeführt. Dazu gehören Gebissabdrücke, Röntgenaufnahmen (z.B. OPG, 3D-Bildgebung) und Fotos, um die genaue Anatomie und das Ausmaß der Kieferfehlstellung zu bestimmen.
Basierend auf den Untersuchungsergebnissen erstellt der Kieferorthopäde einen genauen Behandlungsplan. Hier wird festgelegt, wie stark der Oberkiefer erweitert werden muss und welche Maßnahmen vor und nach der Behandlung notwendig sind.
Da der Eingriff unter Vollnarkose erfolgt, wird eine allgemeine Gesundheitsüberprüfung durchgeführt. Hierbei werden eventuell Vorerkrankungen oder Medikamente berücksichtigt, die den chirurgischen Eingriff beeinflussen könnten.
Der Patient erhält Anweisungen, wie zum Beispiel, auf bestimmte Medikamente (z.B. Blutverdünner) zu verzichten, um das Risiko von Komplikationen zu minimieren. Es wird auch über Nahrungskarenz vor der OP informiert (meist nichts essen oder trinken für mehrere Stunden vor der Narkose).
Der Kieferchirurg klärt den Patienten über den genauen Ablauf der SARPE-Operation, mögliche Risiken und den postoperativen Verlauf auf. Wichtige Punkte wie Schmerzmanagement, Heilungsprozess und Nachsorge werden detailliert besprochen.
Indikationen für die Notwendigkeit einer Gaumennahterweiterung
Wenn der Oberkiefer zu schmal für den Unterkiefer ist, kann dies zu Problemen beim Kauen und Sprechen führen.
Ein schmaler Oberkiefer führt häufig zu einem Kreuzbiss, bei dem die oberen Zähne hinter den unteren Zähnen beißen.
Ein schmaler Kiefer kann zu Zahnengständen führen, da nicht genügend Platz für die Zähne vorhanden ist.
Vorteile der SARPE-Behandlung
Sie ermöglicht eine signifikante Erweiterung des Oberkiefers, was mit rein kieferorthopädischen Methoden bei Erwachsenen nicht möglich wäre.
Ein schmaler Oberkiefer wird korrigiert, was den Biss und die Funktion der Zähne verbessert.
Durch die Erweiterung des Oberkiefers wird oft auch das Lächeln breiter und harmonischer.