Eine Schnarcherschiene, auch bekannt als Mandibular Advancement Device (MAD), ist eine Art Zahnschiene, die während des Schlafs getragen wird, um Schnarchen und leichte bis mittlere Schlafapnoe zu lindern. Dabei werden der Unterkiefer und die Zunge nach vorne verlagert, wodurch die Atemwege freigemacht werden. Dies kann dazu beitragen, das Schnarchen zu reduzieren und die Atmung während des Schlafs zu verbessern. Das MAD wird von einem Zahnarzt oder Arzt individuell angepasst und im Schlaf getragen. Sie gilt als nicht-invasive Behandlungsmöglichkeit und kann bei leichter bis mittelschwerer Schlafapnoe eine wirksame Alternative zur CPAP-Maschine sein. MADs sind oft angenehmer zu tragen als CPAP, und manche Betroffene finden, dass sie das Schnarchen effektiver reduzieren.
Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Schnarcherschienen die Zahl der Apnoen (Atempausen) und Hypopnoen (flache Atmung) bei Menschen mit OSA wirksam reduzieren können. Sie sind jedoch nicht für jeden wirksam und für Menschen mit schwerer OSA möglicherweise nicht geeignet. Es ist wichtig, einen Schlafmediziner oder einen auf Schlafzahnheilkunde spezialisierten Zahnarzt zu konsultieren, um festzustellen, ob eine Unterkieferprotrusionsschiene für Sie geeignet ist.
Eine Schnarcherschiene wird häufig anstelle einer CPAP-Maske verwendet, weil sie bei leichter bis mittelschwerer Schlafapnoe ähnlich wirksam ist, jedoch deutlich komfortabler und alltagstauglicher. Im Gegensatz zur CPAP-Maske verursacht sie weder störende Geräusche noch Atemgeräusche. Zudem empfinden viele Patienten die Schiene als angenehmer, da sie weniger Nebenwirkungen wie Druckstellen oder Schleimhautreizungen hervorruft. Durch ihre einfache Handhabung und hohe Akzeptanzrate ist die Protrusionsschiene eine beliebte Alternative, insbesondere für Patienten, die mit der CPAP-Therapie Schwierigkeiten haben.
Eine Schnarcherschiene kann eine wirksame Therapieoption bei leichter bis mittelschwerer obstruktiver Schlafapnoe darstellen, ist jedoch nicht in allen Fällen geeignet. Bei Patienten mit unzureichendem Zahnstatus, wie fehlenden oder stark gelockerten Zähnen, sowie bei unbehandelten Zahnerkrankungen, ist der Einsatz der Schiene nicht möglich, da für ihre Funktion ein stabiler Zahnapparat erforderlich ist. Auch bei Kiefergelenkserkrankungen oder ausgeprägten Kieferfehlstellungen wird von einer Schienentherapie abgeraten, da die vorgeschobene Position des Unterkiefers Beschwerden verstärken könnte.
Als Alternative bei solchen anatomischen Gegebenheiten oder in schwereren Fällen kann eine bimaxilläre Umstellungsosteotomie in Betracht gezogen werden. Dabei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem Ober- und Unterkiefer so verlagert werden, dass die Atemwege dauerhaft erweitert und Atemaussetzer reduziert werden. Diese Methode ist vor allem dann sinnvoll, wenn konservative Behandlungen wie die Protrusionsschiene nicht ausreichend wirksam sind.
Bei stark übergewichtigen Patienten (BMI über 35) kann die Wirksamkeit der Protrusionsschiene ebenfalls eingeschränkt sein, da das vermehrte Gewebevolumen im Rachen den Atemweg trotz der Schiene weiter verengen kann. In solchen Fällen bietet eine chirurgische Korrektur häufig eine bessere und nachhaltigere Lösung.
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